Nicht nur Sardanapal! Neu
Nicht nur Sardanapal!
Der Alte Orient im Bühnenbild (1850–1930)
Ellen Rehm
marru 20
2025
xii + 226 Seiten + 143 Tafeln
DIN-A4 / Hardcover, Fadenheftung
ISBN 978-3-96327-334-6 (Buch)
ISBN 978-3-96327-335-3 (E-Book, via ProQuest, EBSCO, ISD)
| Inhalt |
Dieses Buch ist aus der Sicht der Altorientalistik geschrieben und legt den Schwerpunkt auf die Erforschung der Vorbilder für Bühnenbilder, die verdeutlichen, wie ausgiebig der Alte Orient in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts rezipiert wurde. Besonders seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche neue Bühnen. Gleichzeitig hatten Ausgrabungen innerhalb und außerhalb Europas zahlreiches archäologisches Material gesammelt, das nun der breiten Bevölkerung nicht nur in Museen und durch Enzyklopädien, sondern auch bei Theateraufführungen nahegebracht werden sollte. Das wachsende Bildungsbürgertum war das ideale Publikum. Die Entdeckungen der assyrischen Städte Nimrud, Ninive und Khorsabad um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden nicht nur durch wissenschaftliche Ausgrabungsberichte, sondern auch durch Zeitungen und Ausstellungen verbreitet. Wie ließen sich hierdurch die Bühnenbildner inspirieren? Zu welchen Publikationen hatten sie Zugang? Was konnten sie von Museumsbesuchen kennen? Einhergehend damit: Inwieweit waren die archäologischen Funde in der allgemeinen Bevölkerung bekannt? Denn dies war eine Voraussetzung, sie für Bühnendekorationen zu verwenden. Nach den Entdeckungen der assyrischen Königsstädte war 1853 „Sardanapalus“ in London die erste Aufführung mit Bühnenbildern, die sich nach assyrischen Vorbildern richtete. Dem Stück von Lord Byron meinte man nun erst gerecht werden zu können, indem man es in ein assyrisches Setting setzte. Im Folgenden waren es vor allem Opern und Theaterstücke mit biblischen Themen, die bei ihren Bühnenbildern auf assyrische Motive setzten, oft gepaart mit achämenidischen Säulen – auch wenn die Stücke weder in Assyrien noch in Persien spielten. Allerdings konnten sich nicht alle Häuser eigene Ausstattungswerkstätten für Kostüme und Bühnenbilder leisten, weswegen in dieser Zeit vermehrt von den Spielstätten unabhängige private Ateliers gegründet wurden. Gleichzeitig entstand das „Ausstattungstheater“, das ganz im historistischen Sinn versuchte, das „originale“ Ambiente der Stücke auf die Bühne zu bringen. Die Spannbreite der hier vorgestellten Aufführungen reicht von konventionellen Opern über zeitgenössische, kritische Schauspiele bis zu Passionsspielen. Diese Aufführungen unterlagen zwangsläufig stark dem Zeitgeist mit der Folge, dass viele einst populäre Stücke heute gar nicht mehr auf die Bühne kommen. |
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| Inhaltsverzeichnis |
Vorwort Dank Einführung Entwicklung der Bühnendekore Bühnenbilder mit altorientalischen Motiven in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts Bühnenbilder mit altorientalischen Motiven von 1850 bis 1930 Länder und Orte Abgrenzungen zu anderen Kunstgattungen Quellen Sammlungen Publikationen Theaterzettel Papiertheater Zeitungen und Zeitschriften Listungen von Aufführungen in Publikationen Bühnenbilder Esther (1875 Meininger / 1900 Hamburg / 1921 Eeklo) Herodes und Mariamne (1899 Berlin) Judit(h) (1911 Helsinki / 1914 Freiburg / 1916 Stockholm) Königin von Saba (1875 Wien / 1875(?) Wien / 1886 Prag / 1894(?) Hamburg / 1901 Wien / 1902 Düsseldorf / 1906 Wien / 1910 Köln / 1916 Darmstadt / 1925 Köln) Myrrha (1886 Prag) Passionsspiele (1890 Oberammergau / 1900 Oberammergau / 1922 Oberammergau) Salammbô (1890 Brüssel / 1903 Lyon / 1912 Antwerpen) Salome (1903 Berlin / 1903 Bonn / 1905 Dresden / 1906 Berlin / 1906 Bremen / 1907 Kassel / 1910 Wuppertal / 1920 Berlin / 1922 Koblenz / 1924 Lübeck) Samson und Delila (1893 Antwerpen / 1895 Hannover / 1900 Dresden / 1902 Mannheim / 1903 Darmstadt / 1903 Stockholm / 1907 Wien / 1911 Kassel / 1921 Stockholm) Sardanapal(us) (1853 London / 1865 Berlin / 1869 Wien / 1875 Liverpool / 1877 London / 1882 München / 1890 München / 1908 Berlin) Semiramis (1860 Paris / 1904 Nimes / 1905 Champigny-sur-Marne / 1928 Hagen) Tanzmärchen (1890 Wien) Einzelne Bilder (unbekanntes Jahr (1824/1875) (‚Palais assyrien‘) Paris / unbekanntes Jahr (um 1930) (Assyrischer Saal) Berlin) Bühnenbildner und Theaterateliers Fertigung Katalog der Bühnenbildner Auswertung Auswahl der Aufführungen Vorgaben in den Bühnenstücken Beliebte Motive Kompositionen Rekonstruktion der Eingänge in Khorsabad Farbige Motive aus dem Buch Layard 1849a Assyrische Reliefs und Skulpturen mit achämenidischen Säulen Einzelne Motive Lamassu Schreitende Tiere aus Khorsabad Baldachin mit Sakralbaum Säulen aus Persepolis Assurnasirpal-II.-zeitliche Reliefs Der ‚Sechslockige Held‘ aus Khorsabad Halbrunde Thronrückwand Fenster mit Säulen / Dach mit Palmetten Altäre Einflüsse und Verbindungen zwischen den Bühnenbildern Ähnlichkeiten zu Bühnenausstattungen anderer Themen Thema ‚Assyrien‘ in der Allgemeinheit Länder mit Kolonien im Vorderen Orient versus Länder ohne Kolonien im Vorderen Orient Die Bühne als Ort für archäologische Experimente Vorbilder Buchillustrationen Ausgrabungsberichte aus Mesopotamien Kunstgeschichtliche Sammelwerke Übergreifende Werke Illustrierte Bibeln Objekte und ornamentale Dekorationen in den Museen Inszenierungen jenseits der Bühne: ‚Nineveh Court‘ und ‚Nineveh Porch‘ Farbigkeit Inspiration oder zeitgleiches Phänomen? Gemälde Postkarten Reklame Weitere Ausstattung Kostüme Bühnenmöbel Verwendung von Keilschrift Die Weiterentwicklung im 20. und 21. Jahrhundert Resümee Katalog der Vorbilder Mesopotamien (#M) Persien (#P) Aufbewahrungsorte Aufführungsorte Chronologische Abfolge Bibliografie Konkordanz: Abbildungsnummern mit Seitenzahlen Tafeln 1‒143 |