Sumerische Glossenhandschriften
Sumerische Glossenhandschriften als Quellen des altbabylonischen hermeneutischen Denkens
Szilvia Sövegjártó
dubsar 18
2020
ISBN 978-3-96327-104-5 (Buch)
viii + 425 Seiten / 17 x 24 cm / Hardcover, Fadenheftung
ISBN 978-3-96327-105-2 (E-Book, via ProQuest)
Buch + E-Book: 110,00 €, auf Anfrage
| Inhalt |
Szilvia Sövegjártós Studie erörtert die Mehrsprachigkeit im Mesopotamien der altbabylonischen Zeit, konkret die vorwiegend mit akkadischen Glossen versehenen sumerischen Manuskripte. Zuerst wird der kulturhistorische Hintergrund dargestellt, der die Glossen ins Leben gerufen hat; die Glossen werden in Kontext gesetzt und mit anderen, vor allem linguistischen und schriftgeschichtlichen Phänomenen verglichen, die das bilinguale Milieu der altbabylonischen Zeit prägten (Kap. 2). Daran anschließend wird ein Überblick über die glossierten Manuskripte im Rahmen einer praxeologisch orientierten Analyse geboten; diese Untersuchung zielt darauf ab, auch den Bildungsstand oder die Qualifikationen der Verfasser näher zu bestimmen im Hinblick auf die Frage, ob die Glossen (i) mit der Ausbildung, (ii) mit der wissenschaftlichen, vor allem der kultisch-magischen Praxis oder (iii) mit der Überlieferung und Erforschung eines früher entstandenen (literarischen) Korpus zu verknüpfen sind (Kap. 3). Kapitel 4 widmet sich der Untersuchung der Glossen an sich. Formale und funktionale Aspekte werden berücksichtigt, um zu zeigen, wie und wofür die Glossen verfasst wurden. Ein Exkurs über die zweisprachigen Texte der altbabylonischen Zeit ergänzt diese Überlegungen (Kap. 5). Sodann wird die Frage erörtert, wie hermeneutisches Denken in der altbabylonischen Zeit funktionierte und in welcher Art und Weise sich die Glossen in diese vormoderne philologische Tradition einordnen lassen. Diese epistemologische Annäherung versucht, die Glossen in einen breiteren Kontext altorientalischer wissenschaftlicher Praxis zu setzen (Kap. 6). Kapitel 7 stellt die Glossierung als textkritischen Apparat vor und vergleicht sie mit anderen Methoden der Textkritik, die in der altbabylonischen Zeit zur Verfügung standen. Im Anschluss an das Fazit (Kap. 8) werden sämtliche untersuchten Glossen in eigenen Editionen vorgestellt und umfangreich kommentiert (Kap. 9). Ausführliche Glossare, Kataloge und Verzeichnisse vervollständigen die Untersuchung. |
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| Inhaltsverzeichnis |
Vorwort Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 1.1 Hintergrund der Arbeit 1.2 Aufbau der Arbeit 1.3 Darstellungskonventionen 2 Kulturgeschichtlicher Hintergrund 2.1 Literalität und Bildung in der altbabylonischen Zeit 2.2 Textkritischer Aspekt: Neue Überlieferungstechniken im 2. Jahrtausend 2.3 Linguistischer Aspekt: Sprachverflechtung 2.4 Die Glossen als Innovation der altbabylonischen Zeit 3 Die Glossenhandschriften: Ein überblick 3.1 Topologien 3.1.1 Historischer Kontext 3.1.2 Geographischer Kontext 3.1.3 Archäologischer Kontext 3.1.4 Sozio-kultureller Kontext 3.1.5 Fazit 3.2 Materialitätsprofil 3.2.1 Tafeltypologie, Duplikate und Layout 3.2.2 Paläographie 3.3 Praxeologien 3.3.1 Gattungs- und Gliederungsvermerke 3.3.2 Doxologien 3.3.3 Kolophone 3.4 Fazit: Tradition, Schule und Wissenschaft 4 Die Glossen: Ein Überblick 4.1 Zeichen und Metazeichen in diachronem Überblick 4.2 Die Glossen als linguistisches Korpus 4.3 Formale Typologie 4.3.1 Randglossen 4.3.2 Infralineare Glossen 4.3.3 Interlineare Glossen 4.4 Funktionale Typologie 4.4.1 Die phonetische Ebene 4.4.2 Die morphosyntaktische Ebene 4.4.3 Die semantische Ebene 4.4.4 Die pragmatische Ebene 4.4.5 Die graphische Ebene 4.5 Der Beitrag der Glossen zu den Artefakt-Biographien 4.6 Fazit 5 Glossen vs. Bilinguen 5.1 Typologie der altbabylonischen Bilinguen 5.2 Fallstudien zu Quasi-Bilinguen 5.3 Formale Kriterien zur Identifizierung von Glossen 5.4 Fazit 6 Der wissenschaftliche Apparat der altbabylonischen Zeit 6.1 Einführung: Wissenschaftliche Praktiken und Konventionen 6.2 Wissenschaftliche Praktiken in den altbabylonischen Quellen 6.2.1. Listen für Fortgeschrittene 6.2.2. Sumerische Literatur 6.2.3 Divination 6.2.4 Strukturierung und Erstellung von Sammlungen 6.2.5 Fachtermini 6.3 Die Glossen als wissenschaftlicher Apparat 7 Die Glossen als textkritischer Apparat 7.1 Die Quellen: Variantenglossen und sonstige redaktionelle Annotationen 7.2 Auf dem Weg zur Autorität des Geschriebenen? 7.3 Ausblick: Glossen in sumerischen Texten nach der altbabylonischen Zeit 8 Fazit 9 Verzeichnis der Glossen 10 Glossar 10.1 Sumerisch 10.2 Akkadisch 11 Kollationen 12 Kataloge 12.1 Katalog der altbabylonischen glossierten Manuskripte 12.2 Katalog der mittelbabylonischen glossierten Manuskripte 12.3 Katalog der altbabylonischen zweisprachigen Manuskripte 12.4 Katalog der Manuskripte glossierter Proto-Listen 12.5 Katalog der zweisprachigen Rezensionen einsprachiger Proto-Listen 13 Abbildungsverzeichnis 14 Literaturverzeichnis |