Die „Zwei Körper des Königs“ in den westsemitischen Kulturen
Die „Zwei Körper des Königs“ in den westsemitischen Kulturen.
Ugarit, aramäische Königreiche, Phönizien, Ammon, Moab, Israel und Juda
Dagmar Kühn
Kasion 4
2018
ISBN 978-3-96327-052-9
XIV + 437 pages / 17 x 24 cm / hardcover, thread stitching
Buch + E-Book (ISBN 978-3-96327-053-6): 130,00 €, on request
| Summary |
Dagmar Kühn examines the Ancient Near Eastern and the Old Testament concept of kingship with reference to the concept of “The king’s two bodies”, established by the historian Ernst H. Kantorowicz regarding the European Middle Ages. According to this concept the king had both a mortal body and an immortal body, joint inseparable in his person. It was developed in Elizabethan Tudor Period to conceptualize am immortal person of the king (body politic) unaffected by imperfection, weakness and death of the natural person of the king (body natural). The West Semitic cultures developed various strategies of outfitting the body politic with insignia and images of representation to maintain and preserve the body politic when the body natural is threatened by crisis, death and disease. In Ugarit, this concept becomes apparent in the Epics of Kirta and Aqhatu with their human protagonists as well as in the Epic of Baal with its divine protagonists. The continuity of the royal dynasty and the welfare of the body natural depended on the blessing of the gods. The Ahirom sarcophagus from Byblos is the most obvious example of the concept of “The king’s two bodies” in Phoenician realm. While the body of the king (body natural) was buried within the sarcophagus an enthroned effigy en relief symbolised the immortal body politic. The texts of the Old Testament bear witness of the knowledge of the Ancient Near Eastern ideology of kingship both in their eternal (body politic) and human components (body natural) and the ability to use them in theological conceptualizations. In particular, the Psalms and sapiential texts have preserved the ideal image of the king (body politic), who was considered the son of God after enthronement and could even be denoted as god with regard to his office. |
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| Table of Contents |
Erster Teil: Ernst H. Kantorowicz: „The King’s Two Bodies“ – „Die Zwei Körper des Königs“ I. Zu Person und Werk von Ernst H. Kantorowicz II. Die „Zwei Körper des Königs“ nach Ernst H. Kantorowicz 1. Das christozentrische bzw. theokratische Königtum: der König als gemina persona 2. Das rechtsbezogene Königtum: der König als Instrument der Gerechtigkeit 3. Königtum und Staat: ein corpus politicum 4. Strategien zur Konstruktion eines unsterblichen body politic 5. humanitas III. Die Rezeption und Weiterentwicklung des Konzepts der „Zwei Körper des Königs“ im Anschluss an E. H. Kantorowicz Zweiter Teil: Die Rezeption der „Zwei Körper des Königs“ in der Erforschung der Kulturen des Alten Orients – ein Überblick I. Die Rezeption der „Zwei Körper des Königs“ in der Ägyptologie 1. Der königliche Ka – der body politic des ägyptischen Königtums (Lanny Bell) 2. Repräsentation des königlichen Ka in den Ka-Statuen 3. Die Erneuerung des königlichen Ka im Rahmen des Opetfestes am Luxor-Tempel 4. Der königliche Ka nach dem Tod des Pharao 5. Die pharaonische Königsgrablege des Neuen Reiches im interdisziplinären Vergleich (Rolf Gundlach) 6. Der „mystische Körper“ des Pharao (Mario Liverani) II. Die Rezeption der „Zwei Körper des Königs“ in der Hethitologie 1. Hethitische Königsideologie: der hethitische Staat – ein corpus politicum (Frank Starke) 2. Zur Kritik des Ansatzes von Frank Starke 3. Korrektur: Der hethitische König als Verkörperung des Wohlergehens des hethitischen Staates 4. Der Tod des Königs: Die Herstellung einer effigies zur Aufrechterhaltung des Königtums (Theo van den Hout) III. Die „Zwei Körper des Königs“ in Mesopotamien 1. Einführung 2. Der König als Sondergeschöpf 3. Der König als Abbild der Götter 4. Die Investitur des Königs 5. Der König im babylonischen akītu-Fest: die Erneuerung des body politic 6. Substitutionsrituale: Schutz des body politic 7. Der body politic des Königs im ikonographischen Programm der mesopotamischen Herrscher (Irene Winter) 8. Der König als Verkörperung des Rechts IV. Qaṭna (Syrien): Ahnen als body politic des Königtums (Herbert Niehr) V. Konsequenzen des forschungsgeschichtlichen Überblicks für das weitere Vorgehen Dritter Teil: Die „Zwei Körper des Königs“ in den westsemitischen Kulturen I. Ugarit 1. Einführung 2. Die „Zwei Körper des ugaritischen Königs“ und die Tragik der Sterblichkeit des Königs 3. Der König und die Götter 4. Der König und das ugaritische Königtum: die Konstruktion der „Zwei Körper des Königs“ 5. Der König und das Recht 6. Die Bedeutung der dynastischen Ahnen für den body politic 7. Zusammenfassung II. Aramäer 1. Einführung 2. Samʾal (Yādiya) 3. Bit Baḫiani 4. Hamath und Luaš 5. Aram-Damaskus 6. Die Königssprüche des aramäischen Aḥiqar 7. Zusammenfassung III. Phönizier 1. Einführung 2. Byblos 3. Sidon 4. Tyros 5. Zusammenfassung IV. Ammon und Moab 1. Ammon 2. Moab 3. Zusammenfassung V. Israel und Juda 1. Zur Quellenlage 2. Ikonographische und epigraphische Zeugnisse des body politic in der Spätbronzezeit und Eisenzeit Israels und Judas 3. Die „Zwei Körper des Königs“ in den Texten des Alten Testaments 4. Die Verleihung des Königtums und die Ausstattung des doppelten Körpers 5. Erneuerung des body politic 6. Der König und der Kult 7. Kontinuität des body natural: Dynastisches Königtum 8. Der Tod des Königs 9. Der doppelte Körper des alttestamentlichen Priesters 10. Der doppelte Körper des königlichen Menschen 11. Zusammenfassung Schluss Abkürzungen Literaturverzeichnis Abbildungsverzeichnis Indices Abbildungen |